Wie ist das bei euch so? Ich hab mein Business als Papa fast komplett auf Eis gelegt – um meiner Frau (Klassenlehrerin) den Rücken freizuhalten und für unsere Kids da zu sein. Die sind jetzt zwar älter (5./6. Klasse), aber raus aus dem Orga-Wahnsinn komme ich trotzdem nicht.

Das Jahr? Ein einziger Antrags-, Termin- und Krisenmarathon:
Steuererklärung, Hortanträge, Wohngeld, Mieterhöhung, Geburtstage der Kinder planen, Urlaub organisieren, Adventskalender basteln, Weihnachten vorbereiten (Geschenke suchen = was ein Zeitfresser-Monster!), Probleme bei der Familien-IT lösen, im Schrebergarten das Unkraut zum Tor raus jagen, die viel zu kleine Wohnung optimierend umbauen, Fahrräder flicken.

Daneben Alltagskram wie Diskussionen mit den pubertierenden Kids, Konflikte lösen, begrenzte Zockzeit bis zum Letzten verteidigen, Kochen, Putzen, Arzttermine, Hausaufgaben… und on top noch Zuhörer für all den brandheißen Wahnsinn aus der Schule, den Frau Klassenlehrerin täglich irgendwo loswerden muss …

Zeit für mich? Fehlanzeige. Buch lesen? Musik machen? Freunde treffen? Einfach nur atmen? Dauerplatt!

Und selbst wenn ich nur einen normalen Job annehmen wollte – keine Chance. Keine Zeit.

Frage an alle Eltern: Wie macht ihr das? Bei den meisten arbeiten doch beide – wie bleibt da Luft zum Leben?

#fedieltern #fedilz @eltern

  • D_a_X@feddit.org
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    5 days ago

    Aus eigener Erfahrung: Die Familie nimmt sich so viel Zeit von dir, wie sie nur bekommen kann. Wenn du nicht aktiv Grenzen setzt, wirst du aufgesaugt. Dafür musst du den Leidensdruck aushalten, dass gewisse Dinge eben chaotischer werden (müssen)

    Nachtrag: Auch wenn du ihn vielleicht finanziell nicht brauchst, such dir einen Teilzeitjob, der dir guttut.

    • ranslite@pie.dasneuland.de
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      5 days ago

      Das mit dem Job kann ich bestätigen, meine Frau ist, seit dem sie 3 mal die Woche für ein paar Stunden arbeiten ist, wesentlich ausgeglichener.

      • jeff@friendica.opensocial.spaceOP
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        4 days ago

        @ranslite Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Zumindest, wenn der Job einem irgendwie sinnstiftend erscheint. Ich hab hier neulich beim Erledigen von gefühlt unsinnigem Formalkram, der sich dermaßen in die Länge zog, echt eine ziemliche Wut bekommen. Das sind dann Tätigkeiten, die man verpflichtet ist zu tun, aber die einen in all den für einen selbst wichtigen Aufgaben keinen mm weiter bringen.
        Und was mir auch ganz gut tut, wenn Aufgaben abgearbeitet werden und der Berg nicht zu groß bleibt.

    • jeff@friendica.opensocial.spaceOP
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      4 days ago

      @D_a_X Ein interessanter Gedanke, dass sich die Familie so viel Zeit nimmt, wie sie bekommen kann. (Ist wie mit Festplatten: Egal wie groß, sie sind immer voll 😉) Das kreiselt bei mir im Kopf gerade ziemlich rum 🤔 Danke für den Anstupser - vielleicht komme ich damit ein Stückchen weiter 🙂

      In dem ganzen Wahnsinn jetzt noch einen Job? Hmmm … ich muss gestehen, wir sind eigentlich immer wieder super froh, wenn Kind plötzlich kurz vorm Losgehen meint, dass es sein Frühstück rückwärts essen möchte, ich einfach sagen kann, ok bleib zu Hause. Ich bin ja eh da … Das macht es in all diesen Fällen echt entspannt.
      Und ob die Kinder morgens etwas früher oder später dran sind, ist letztendlich mir auch egal. Ich habe keinen festen Termin, wo ich irgendwo pünktlich sein muss. Und wenn die Kinder zu spät zur Schule kommen, “gehört” das Problem nicht mir. Ich muss dann nicht noch selbst mit Druck im Bauch die Kinder schimpfend antreiben.

      #fedieltern

  • kossa@feddit.org
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    5 days ago

    Tjoa, keine Ahnung, ich kann dir nur sagen: geht mir genau so. Unsere Kids sind 2 und 4, ich bin Hausmann, meine Frau arbeitet Vollzeit.

    Ich frage mich auch jeden Tag, wie das Familien machen, wo beide Elternteile arbeiten. Ich knapse mir Zeit ab vom Schlaf ¯\_(ツ)_/¯

    Ich habe einmal bei einer gut befreundeten Familie, wo beide Eltern arbeiten, beobachtet, dass die, nachdem die Kinder im Bett sind, halt den ganzen Scheiß machen, den ich so tagsüber mache. Aber da würde ich mir die Kugel geben. Ich fange halt bestimmt nicht an nach dem Kindergeballer noch die Wohnung zu putzen oder Bürokratie zu machen. Das muss tagsüber sein, damit ich abends wenigstens noch so 1-2 Stunden Hirnhygiene betreiben kann. Scheint eine Einstellungsfrage zu sein, oder so.

    • jeff@friendica.opensocial.spaceOP
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      4 days ago

      @kossa Schön zu hören, dass es anderen auch ähnlich geht 🙂 Ich könnte gar nicht abends noch mal aufdrehen. Zum einen sind die Kids erst wirklich um 22 Uhr am Pennen - vorher ist immer wieder Halligalli: Mal eine Kissenschlacht, mal eine Wunde zu verarzten, mal ständig Licht an und Lesen oder einfach nur ewig Quatschen. Da ist man dann doch alle 5 bis 7 Minuten im Kinderzimmer. Und zum Zweiten könnte ich mir selbst ab spätestens 19 Uhr das Kopfkissen geben - man ist halt nicht mehr 20 🤪
      Daher auch bei mir muss alles am Vormittag erledigt sein.

    • jeff@friendica.opensocial.spaceOP
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      4 days ago

      @lucas Ja, das ist schon irgendwie krass. Das “eigene Leben” bleibt als Eltern irgendwie auf der Strecke. Gut, wenn man sich im Frühsommer die Vogel-Eltern ansieht, dann sehen die auch immer völlig zerrupft und mitgenommen aus. Die Aufzucht der Brut kostet auch im Tierreich Nerven. Aber irgendwie braucht man doch dringend kleine Momente für sich selbst.

  • Tatjana Schwarz@sueden.social
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    4 days ago

    @jeff @eltern bei uns sind aktuell noch beide Kinder von kurz vor acht bis eins im Kiga. Ich hab 16 Wochenstunden, mein Mann ist selbstständig und meistens 10 bis 11 Stunden außer Haus. Wenn ich mal nachmittags Termine habe, regeln wir das meistens über eine Babysitterin.
    Ich hab immer den Freitagvormittag für den Haushalt, alles andere läuft irgendwie nebenher.
    Ich bin aber auch schon gespannt, wie es wird, wenn der Große nächstes Jahr in der Schule ist

  • Kacktusse@feddit.org
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    5 days ago

    Ich geh 40 Stunden die Woche, meine Frau 20 Stunden. Bei uns ist das mit Homeoffice und Schwiegereltern geregelt. Unsere gehen noch in den KiGa daher ist morgens von halb 9 bis 12 bzw. 14 Uhr Kinderfrei in dem wir normal arbeiten. Danach müssen die Kinder bis ich “fertig” bin “aushalten”. Wenn es gar nicht geht, oder wir mal ins Kino wollen, gehen die kleinen zu oma und opa

  • idlehirn@loma.ml
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    5 days ago

    @jeff gar nicht, zeit für mich ist fast gar nicht. seltenst. Ich hab mir einen abend für dnd freigehalten, ansonsten sport am abend schnell mal ne stunde oder so. dabei hoffen das die kleine nicht aufwacht…

  • wasesha@norden.social
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    4 days ago

    @jeff @eltern
    Willkommen im Klub!

    Unsere Jüngsten sind jetzt 4.u5. Klasse, meine Frau geht vollzeit und ich mach das Kinderding und wenn mal ein schöner, kleiner Auftrag winkt, trage ich auch ein wenig zur Familienkasse bei.

    Vor 3-4 Jahren haben wir gewechselt. Sie wollte schließlich auch berufliche Entwicklung und das war gut so. Einzig: kochen ist sowas von nicht meins. Dafür mach ich neben den Kindern Hausbau (alles), Wald und etwas

    • wasesha@norden.social
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      4 days ago

      @jeff @eltern
      Gemüse. Die Autos sind (und waren) immer meine Baustelle und die Administration größtenteils auch.

      Aber hey …das Gefühl, dringend mal etwas mit mir machen zu müssen, kenne ich so gut! 👍