Vier Millionen Kilo Kartoffeln zu verschenken
"Der Plan ist simpel: Ecosia finanziert den Transport von Sachsen nach #Berlin. Die Berliner Morgenpost hilft, die kostenlose Verteilung zu organisieren.
Wir suchen dafür Verteilstellen in der ganzen Stadt: Kirchengemeinden, Schulen, Sportvereine, Nachbarschaftsinitiativen, soziale Einrichtungen oder Privatleute. Jede Abnahmestelle erhält eine Tonne der Kartoffeln, kostenlos, zum Verteilen an alle, die sie gebrauchen können (Sorte Agria, festkochend)."
Das ist eine richtig coole Aktion👍
Gute Aktion. Fragt sich, wie oft derartige Mengen an Lebensmitteln vernichtet werden müssen, weil irgendwer sich verkalkuliert. Kann man sowas nicht regulieren?
Edit: ich ging offenbar davon aus, dass ihr alle meine Gedanken lesen könnt, und hab deswegen nur die Sparvariante geschrieben. Ich HASSE es, missverstanden zu werden. Bereitet mir gradezu körperliche Schmerzen. Deswegen kommt hier, hinter der Verderber-Warnung, eine Wand aus zuviel Text, in der ich in zu vielen Worten ausführe, was ich sagen wollte.
Verderber: sehr viel Text
Was ich meine ist dies: diese sehr gute Aktion ist ungewöhnlich und die Ausnahme. Üblicherweise gehen solche Überschüsse, die unausweichlich im Handel vorkommen, sinnlos verloren, obwohl sie anderswo gut gebraucht werden könnten (wie oft das vorkommt wäre schonmal interessant zu wissen). Es ist offensichtlich, warum das scheiße ist.
Es wäre schön, wenn Aktionen wie die beschriebene eben nicht die Ausnahme, sondern die Regel (man könnte sagen, “reguliert”) wäre. Das wird nicht passieren, solange es davon abhängt, dass sich Freiwillige finden (oder irgendwelche Unternehmen, die sich gute PR versprechen). Weil die Gesellschaft ist wie sie ist und sich nicht in naher Zukunft grundlegend ändern wird. Also muss man Anreize schaffen für Händlys, ihre Überschüsse herzugeben. Wie diese Anreize aussehen, keine Ahnung.
Ich gehe davon aus, dass Gesetzgebung hier beteiligt werden muss, weswegen ich “regulieren” sagte. Wenn jemand klüger ist als ich und mir sagen kann, wie die nötigen Anreize für Händlys ohne Gesetzgebung geschaffen werden können, her damit.
Ins Unreine gedacht fallen mir (die keine Ahnung von nichts hat) zwei Dinge ein. Entweder Lebensmittelvernichtung im großen Stil wird geahndet (Umsetzung unwahrscheinlich weil unpopulär und eh zweifelhaft, weil Überschüsse schwer zu vermeiden sind). Oder “der Staat”, also die Gesellschaft, kauft überschüssige Lebensmittel zum fantastisch günstigen Vorteilspreis, zB in Höhe der Kosten der Vernichtung (Händlys bekommen zumindest einen kleinen Teil des Geldes zurück und müssen sich nicht um Vernichtung kümmern) und verteilt sie an Tafeln etc.
Bessere Ideen finden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das, oder Gründe warum ich kompletten Unfug labere.
In wenigen Tagen beginnt die 100. Internationale Grüne Woche. 100 Jahre lang feiert Berlin die Landwirtschaft
100 Jahre lange Feier? Du lieber Himmel.
Gute Aktion. Fragt sich, wie oft derartige Mengen an Lebensmitteln vernichtet werden müssen, weil irgendwer sich verkalkuliert. Kann man sowas nicht regulieren?
Ich mach ja beruflich was mit Lebensmittelindustrie und ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Das Problem ist schlicht und einfach, dass Lebensmittel irgendwann verderben oder ins MHD laufen und nicht mehr verkauft werden dürfen. Keine Firma hat Bock drauf, für ordentlich Geld Ware einzukaufen und dann zu entsorgen oder für ein paar lumpige Euro in die Biogasanlage zu fahren. Es passiert aber leider, dass auch Lebensmittel floppen. Das kannst du nicht zu 100% planen, gerade wenn du auch eine Warenverfügbarkeit sicherstellen willst. Dann planst du einen Haufen Grillfleisch, Baguette und Bier für den Sommer, weil WM ist. Das wird da ja haufenweise nachgefragt und du kannst das Verkaufspotential auf Basis der vorigen WMs abchecken. Aber dann kann es dir halt passieren, dass ein Teil der Zielgruppe die WM boykottiert wegen Trump, dass die Nationalmannschaft direkt in der Vorrunde ausscheidet und keiner mehr Bock auf Fußballgrillparty hat für Niederlande vs. Kroatien im Achtelfinale und dass das Wetter einfach drei Wochen kübelt und keiner Grillen kann, weil jede Glut sofort ausgeregnet wird. Dann hast du aber Lebensmittel auf Lager, die nicht nachgefragt werden und der MHD kickt los.
ins MHD laufen und nicht mehr verkauft werden dürfen
Lebensmittel dürfen auch nach Ablauf des MHD verkauft werden. Was sich ändert, ist die Haftungsfrage: Wenn das Lebensmittel schlecht ist, haftet dann nicht mehr der Hersteller, sondern der Verkäufer. Vor dem Ablauf des MHD ist es anders herum.
Ja. Was in der Praxis bedeutet, dass die Supermärkte & Co dir als Großhändler die Ware nicht mehr abkaufen, weil die Supermärkte selbst ihre Märkte frühzeitig nach abgelaufenen Produkten absuchen und diese dann idealerweise vor Ablauf des MHD reduziert verkaufen. Du hast definitiv keine Chance dem normalen deutschen Handel Lebensmittel mit abgelaufenen MHD zu verticken. Gerade wegen dieser Haftungsfrage, da reichen dann ja wenige Hansel, die Magen-Darm-Erkrankungen reklamieren und Geld wollen
Ich hätte den Gedanken mehr ausfuhren sollen abstatt davon auszugehen, dass alle meine Gedanken lesen können, ich werd da mal was rein editieren. Was ich “regulieren” möchte, ist der Umgang mit den rumliegenden Lebensmitteln.
Solche Vorkommnisse lassen sich nicht vermeiden, ja. Aber da muss man doch irgendwo ansetzen können, irgendwelche Anreize schaffen, dass der Überschuss nicht vernichtet wird, sondern wie hier verteilt wird.
Es soll dieses Jahr wohl eine extrem gute Kartoffelernte gegeben haben, damit haben selbst die Bauern nicjt gerechnet.
Warum geht mir gerade “Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln” durch den Kopf?
Kann man sowas nicht regulieren?
Mehr Regulierungswahn? Bitte nicht.
Es ist ein Verteilungsproblem. Die Welt hat ja insgesamt locker genug Essen. Es ist nur so sehr falsch verteilt, dass immer noch viele (ver)hungern. Schöne Grüße von Kapitalismus und Kolonialisierung.
Insofern ist diese Verschenkaktion der 100 LKW-Ladungen schon prinzipiell richtig.
Je nu, genau das mein ich ja. Wenn du das Wort “regulieren” nicht magst, dann halt “können wir als Gesellschaft das nicht irgendwie anders lösen, anstatt die Lebensmittel einfach zu vernichten?”
Du kennst den Unterschied von Verschenken und Vernichten nicht?
Verzeihung, wie meinen? Ich glaube, wir reden aneinander vorbei, ich befürworte diese Aktion hier vollumfänglich und überlege, wie es sich einrichten ließe, dass sowas öfter passiert und nicht davon abhängt, dass sich zufällig irgendwelche Freiwilligen (bzw Leute, die sich ein bisschen gute PR versprechen) finden, die das organisieren.
Heilige, sind die das viele!
Ich hoffe die werden die alle los. Aber kann man die sonst nicht auch zu irgendwie Kartoffelmehl verarbeiten wenn dann noch welche übrig bleiben? Nicht so geil wie frische Kartoffeln aber alle Male besser als die wegzuwerfen, denke ich.
Alternativ bringen wir die Energiewende mit Kartoffelbatterien. 💡🥔
Du kannst sie im Bioreaktor zu Energie (Fernwärme, Biosprit) verwandeln, oder old fashioned Schnaps draus brennen, das macht dann auch viele Leute glücklich.








