• schmorp@slrpnk.net
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    7 days ago

    Da ich lebe, wo andere Urlaub machen, ist bei mir immer und nie Urlaub. Heute wird mich eine lange nicht gesehene Freundin auf der Durchreise besuchen, ansonsten sind die Tage alle heiß und staubig und trocken. Die schönste Zeit ist der Weg frühmorgens vor dem Sonnenaufgang zum Garten: meist hüpft der Kater mit und sorgt für Unterhaltung - er ist noch jung und kämpferisch. Ich trage meine alten Knochen eher gesetzt hinterher. Heute stehen die Esel und die Stute am Teich, da bleibe ich ein bisschen zum Streicheln. Die Quellen angeschaut: es tröpfelt noch, das Wasser reicht noch für ein paar Wochen, vielleicht schaffen wir es bis zum Herbstregen.

    Im Garten bemüht sich das Gemüse, trotz Hitze zu wachsen. Ich lasse das Wasser durch die Kanäle plätschern und habe Zeit zum Kucken. Der Mais kommt schön: am liebsten möchte ich die Kolben schon auseinander nehmen, um zu sehen was drin ist, da ich zwei spannende Sorten gepflanzt habe. Aber ich warte lieber noch, bis er fertig ist. Die Kürbisse sind Sorgenkinder: so viele gesät, so wenige gewachsen. Bisher war es jedes Jahr so, aber egal, wie die funktioneren lerne ich auch noch. Tomaten: naja, aber es werden doch einige. Die Bohnen ein Rätsel: manche wachseln toll, manche kränkeln. Irgendwo ist immer eine Handvoll Koriander oder Dill, oder ein Radieschen. Eine einzige Melone, die ich wie meinen Augapfel hüte! Paprika und Auberginen, dass das Herz lacht.

    Ich denke immer an meine Oma, wenn ich im Garten bin, die Anfang der 50er neben anderen Gründen auch deshalb nach Deutschland gekommen ist, um ihre Töchter in einer weniger frauenfeindlichen Umgebung aufwachsen zu lassen, die aber ihren jugoslawischen Garten ganz fürchterlich vermisst haben muss (sie hatte dann einen Garten im Ferienhaus). Meinen Garten genieße ich auch für sie mit und ich stelle mir gerne vor, wie sie über meine Gemüseexperimente wacht und sanft an den Paprikaschoten zieht, damit die länger werden.

    • Majoran@feddit.org
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      7 days ago

      Merkt die Hobbygärtner:in hierzulande eigentlich schon, dass der Klimawandel auch Einfluss auf die botanischen Pläne hat? Wenn das so weitergeht, wird man sich ja vielleicht langsam überlegen, was nächstes Jahr schlechter und besser wachsen könnte und inwiefern das auch so bleiben wird.

      • schmorp@slrpnk.net
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        7 days ago

        Ja, das ist ein interessantes und zentrales Forschungsthema in meinem Garten. Ich lebe in Südeuropa, daher ist nicht alles auf Deutschland übertragbar.

        Heute habe ich zum Beispiel gesehen, dass der Lauch die Sonne hasst! Der Kohl bekommt Probleme, einige Paprika kochen noch an der Pflanze, wohl weil das morgens in der Frucht gespeicherte Wasser sehr heiß wird. Mittags Wasser spritzen ist bei mir schon lange verboten, verdunstet zu viel und verbrennt Blätter und Früchte - es wird abends oder morgens geflutet oder durch Kanäle am Beet entlang geleitet - das mache ich alle drei Tage und denke, dass ich da Wasser spare im Vergleich zum Sprenklersystem, und die Pflanzen kommen auch damit besser zurecht als wenn man nur die Oberfläche der Erde besprenkelt.

        Mehr Bäume in den Garten pflanzen, oder Garten und Baumreihen abwechselnd wäre da sehr hilfreich. Darf ich auf dem gemieteten Land eigentlich nicht, werde ich wahrscheinlich aber einfach trotzdem tun. Fürs Mikro-Mikroklima pflanzt und sät mensch dann auch im Beet so, dass robustere Pflanzen den Kleineren und Empfindlichen Schatten geben. Da probiere ich immer wieder neu, was geht, und jeder Platz ist anders. Drei Schwestern ist ja schon bewährt - der Mais kann gut mit der Sonne und gibt wunderbar Schatten für so allerhand, was dazwischen oder daneben wächst. Kräuter säe ich überall dazwischen, denn dann haben sie Schatten und sorgen durch die Aromastoffe auch für Schutz vor Schädlingen.

        Ganz schwierig in der Hitzewelle ist auch die Direktsaat - da experimentiere ich viel mit Samenmischungen (weil da auch ein paar schnelle Sprießer den Spätankommern dann Schutz geben, und weil die Pflanzengemeinschaften auch sonst robuster sind), und auch mit Mulchen.

        Daneben lerne ich die urpsrünglich südamerikanische, schön hitzeresistente Pflanzenwelt kennen, die es hier schon reichlich gibt - z.B. den Nopal-Kaktus, die Agave, die Yuccapalme - das sind alles Nutz- und auch Nahrungspflanzen, deren Nutzen hier wir noch ausbauen und erforschen können.

        • Majoran@feddit.org
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          6 days ago

          Danke, das sind interessante Einblicke und ich finde es immer spannend, wenn Leute sich da auch so tief mit beschäftigen! Vor einer Weile hatte ich auch mal für drei Jahre einen Garten, da hatte ich mich quasi von null als Kellernerd in die Welt der Grünlichkeit eingearbeitet. Wasserkanäle entlang der Beete hatte ich zum Schluss auch gegraben, das ist auch meines Wissens einer dieser überraschend effektiven Low-Tech-Lösungen. Ich hoffe, irgendwann wieder einen Garten zu haben, da gibt es echt unendlich viel zu entdecken.

      • optional@feddit.org
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        7 days ago

        Es wird zwar heißer und trockener, was für die heimischen Pflanzen zusätzlichen Stress bedeutet, aber gleichzeitig steigt ja die Sonnenscheindauer nicht mit, so dass man nicht unbedingt Pflanzen einsetzen kann, die aus südlicheren Gefilden stammen.

        Ich habe dieses Jahr meine Pflanzen zwei Wochen früher nach draußen gesetzt, aber das ist auch immer noch Glückssache und zwei Gurken hat es mir dabei leider auch zerhauen.

  • Senseless@feddit.org
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    7 days ago

    Nachdem ich letzte Woche im Homeoffice an Schulungen teilgenommen habe und gestern Abend noch auf einem Konzert war und erst gegen 1 wieder zu Hause, zieht es sich heute weit weniger als ich befürchtet habe. Aber ich kann auch heute wieder im Homeoffice verbringen und muss erst morgen wieder ins Büro.

    Trotzdem merke ich, dass Konzerte, wenn man am darauffolgenden Tag arbeiten muss, echt kacke sind.

    Bin zudem etwas angesäuert, dass mein Vorgesetzter, trotz dessen, dass ich ihn mal drauf angesprochen habe das anders zu handhaben, mir einfach wieder kommentarlos Tickets zugeschoben hat die ich teilweise nicht mal bearbeiten kann weil ich keine qualifizierten Informationen über die betroffenen Systeme habe. Werde da wohl noch mal auf ihn zugehen müssen.

  • D_a_X@feddit.orgOP
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    7 days ago

    Letzte Woche quasi Urlaub, bevor es mit der Arbeit losgeht.

    Natürlich ist es wieder richtig heiß: Leben auf dem Abenteuerspielplatz und abends im Freibad.

    • ben@ly.eok.me
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      7 days ago

      Viel Spaß!! Genieß deine letzten freien Tage. Bei mir wirds hart, Klausuren stehen an und muss eine Menge lernen, das eizigste wo ich was von der Wärme mitbekomme, ist die Hitze am meinen Lernplätzen.

      • D_a_X@feddit.orgOP
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        7 days ago

        Danke!

        Ich hab das damals so gelöst: Lernen in der Nacht bei offenen Fenster, tagsüber auf der Liegewiese im Schatten. Ich hatte 2 große Südfenster und keinerlei Schatten in der WG