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Cake day: June 27th, 2024

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  • Am liebsten wärs halt wirklich von wegen Abbrechen und “das Leben leben” also im Sinne von einfach auf mich Konzentrieren und auf meine Sachen die ich so mag bezüglich Hobby Projekte und etc >.>\

    Oh Mann, ich fühls. Das ist ein krasser Lebensabschnitt in dem du grade steckst, wahrscheinlich was vom schwierigsten was du je gemacht hast (war bei mir jedenfalls so).

    Fakt ist leider: So funktioniert das Leben nicht. Muss es auch nicht - den Widerstand, den du grade innerlich spürst, der geht weg. Jedenfalls bei mir und bei so ziemlich jedem anderen auch. Ich habs damals gehasst zu arbeiten und war damit auch echt überfordert. Heute mag ich meinen Job echt gerne und arbeite sogar freiwillig Vollzeit, was ich damals für unmöglich gehalten hätte. Kommt leider erst mit der Zeit. Bis dahin ist es erstmal kacke.

    Wenn du das Gefühl hast, in der WfbM nicht langfristig weiterzukommen, hast du schonmal drüber nachgedacht dich an Stellen zu wenden, die für solche Probleme eigentlich zuständig sind? “Psychosomatische Reha”, soll immer dann gemacht werden wenn die Arbeitsfähigkeit langfristig gefährdet ist. Was sie ist, wenn du auf dem ersten Arbeitsmarkt nichts findest. Oder “RPK”, ein spezielles und eher langfristiges Angebot, wenn man das Gefühl hat, das noch viele Fähigkeiten fehlen um beruflich durchzustarten; eben um die dann zu lernen.

    Und übrigens: Ich sehs anders als dein Vater. (ich bin Psychologin.) Wenn der Alltag so schwer fällt, dann gibts immer was, das man diagnostizieren kann, und dann kriegt man auch entsprechende Hilfe. Darum gehts eigentlich auch bei Diagnosen: Hilfebedarf. Und wenn du den hast, dann kannst du auch Unterstützung kriegen. Manchmal ist es ziemlich unmöglich den Durchblick zu behalten, wo man sie findet, aber ich denke wenn du in der Reha anfängst, können die dir damit bestimmt helfen.




  • Ich frage mich: Wie weit geht deine Ablehnung von Hilfe für Andere aufgrund systemischer Ungerechtigkeiten?

    Wenn dein Bruder dich morgen anruft und fragt, ob du ihm beim Umziehen hilfst, lehnst du dann ab mit dem Argument, dass Deutschland keine Reichensteuer hat?

    Wenn an der Bushaltestelle neben dir jemand kollabiert, ignorierst du den, weil Frauen immer noch weniger verdienen?

    Wenn dich jemand fragt, ob er an der Kasse vor darf, lehnst du ab, wegen all des Alltagsrassismus’ in unserer Gesellschaft?

    Weil Spaß beiseite, bei Organspende gehts doch um individuelle Leben, die du retten kannst, mit etwas, das dich überhaupt gar nichts kostet. Du schenkst deine Niere doch nicht Merz oder dem Nestle CEO, sondern einer echten Einzelperson, die einfach Pech im Leben hatte. Ein Mitmensch von dir. Jemand mit ner Familie, Hobbies, Haustieren und Angst vor dem Tod.

    Wenn du einfach kein hilfsbereiter Mensch sein willst, wenn dir deine Mitmenschen wurscht sind, wenn du irgendwelche religiösen Gründe gegen Organspende hast oder sonstiges magisches Denken, das dir wie ein guter Grund vorkommt, bitte. Aber du lügst dich doch in die Tasche, wenn du dir vormachst, dass das mit irgendwelchen systemischen Problemen zu tun hätte. An denen verbesserst du doch auch nichts wenn du Tante Frida an ner Leberzirrhose sterben lässt, weil deine Leber beerdigt oder eingeäschert werden soll.



  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden wie der letzte Dreck behandelt

    Worauf beziehst du dich?

    aber die einen Dinge die wirklich wirklich wichtig und wertvoll sind, die soll man “spenden”

    Wichtig und wertvoll für wen? Ich würde sagen, ich respektiere den Wert meiner Organe als lebensnotwendig und wertvoll, indem ich ihnen erlaube, auch nach meinem Tod sogar noch ein anderes Leben zu erhalten als meines. Du willst dass deine Organe vergammeln. Dann sind sie wirklich nicht mehr wertvoll, sondern buchstäblich nur noch Dreck.

    Fakt ist, nach deinem Tod brauchst du deine Organe nicht mehr. Jemand anders könnte damit vor dem Tod bewahrt werden. Die gute Nachricht für dich: Du darfst dich dagegen entschieden, du darfst auch weiterhin andere sterben lassen, obwohl es für dich kein Nachteil wäre, ihnen zu helfen. Da gibt’s echt keinerlei Grund dich gegängelt zu fühlen.


  • Du denkst das ist ein Argument dagegen, aber genau so wärs doch gut. Du kannst widersprechen und wirst zu nichts verpflichtet was du nicht möchtest, während die Hunderttausenden, denen es egal ist, oder die gerne würden aber nicht dazu kommen einen Ausweis auszufüllen, als Spender:innen zur Verfügung stehen.

    Ich hab Bedarf an einer Wohnung, wenn jemand mit Eigentumswohnung stirbt, würde ich mich gerne als Empfänger einer Wohnungsspende anmelden.

    Wohnungen werden ja gottseidank nicht mit beerdigt.

    Ist so gesehen ne gute Allegorie - wenn hier jedes Jahr zehntausende Menschen auf der Straße erfrieren würden, während wir leerstehende Wohnungen aus Pietätsgründen zubetonnieren außer jemand willigt explizit in die Wiedervermietung ein, da wär ich echt auch für ne Widerspruchslösung.


  • StW und BEM sind nicht das gleiche. Beides wird öfters als Wiedereingliederung abgekürzt, was das Ganze verwirrend macht.

    In Wahrheit gibts einfach verschiedene Wege der Wiedereingliederung, die von verschiedenen Trägern kommen. Du kannst dir vom Arzt als medizinische Rehabilitationsmaßnahme quasi eine Wiedereingliederung verschreiben lassen - stufenweise Wiedereingliederung nach dem sog. Hamburger Modell. Der Antrag muss von deinem Arzt gestellt werden - ihr vereinbart dann zu zweit einen Stufenplan (z.B.: 2 Stunden die ersten 2 Wochen, 4 Stunden die nächsten zwei, etc.), der muss vom Arbeitgeber genehmigt und an deine Krankenkasse geschickt werden. Dein Hausarzt weiß wahrscheinlich näheres dazu. BEM ist eine verpflichtende Arbeitgebermaßnahme für Betriebe mit Mindestgröße - je nachdem, wo du arbeitest, gilt es für deinen Arbeitgeber oder nicht. Du kannst aber beim Arbeitgeber nachfragen, ob sie BEM anbieten. BEM kann dann verschiedene Maßnahmen umfassen - einen Stufenplan, aber auch was anderes, je nach Angebot und Erfordernis. Das sieht so aus, dass es eine BEM-beauftragte Person gibt, die sich mit dir in Beratungsgesprächen trifft - du darfst hier die Arbeitnehmervertretung mitnehmen und dir auch ansonsten Rat holen - und dann schaut, was man gemeinsam ausbaldowert bekommt.

    StW kann von Vorteil sein, weil man während der gesamten Maßnahme weiterhin krankgeschrieben ist. Das heißt, man bezieht weiter Krankengeld; der Arbeitgeber muss nichts drauflegen. Dafür kann dein Hausarzt dann aber auch ne Verlängerung umsetzen oder mit dir die Maßnahme abbrechen, falls du noch nicht fit genug bist. Beim BEM ist der Arbeitgeber flexibler, kann manches im Haus intern regeln (und ist halt auch gesetzlich verpflichtet, es in einer Form anzubieten). Ehrlicherweise macht es oft Sinn, beides zu machen. StW und gleichzeitig beim Arbeitgeber im Rahmen des BEM Gesprächs anfragen “Wie könnt ihr dazu beitragen, dass mich diese Stelle nicht in 3 Monaten wieder so krank macht”. Zum Beispiel.

    Hoffe das erklärts ein bisschen :)



  • No. That’s like living today and asking my politicians to punish, and eventually deport who are here illegally, the people who are committing crimes. I don’t care if they are jews, italians or whatever. You break the law you are punished. Simple as that.

    And what makes you think those are actual problems in Saxony-Anhalt? Did you know it’s the German state with the least amount of immigrants and refugees? Look. And yet, a party who blames each and every problem on cultural and ethnic minorities seems to convince 44% of it’s population (and you, apparently) that this is the one issue they should focus on.

    You are parroting propaganda.

    A better country for every honest person, for example.

    I asked you what good a AfD 2.0 would do, and that’s your answer? Way to show your true colours.


  • Insulting who do not voted for you is the best way to win back their votes… sure.

    Nice try, but nothing what I wrote was an insult. Being uneducated, poor, or desperate is hardly one’s own fault. We need to start acknowledging that so many of us are being systematically disadvantaged by capitalism, which - surprise! - steals our knowledge, money, and happiness.

    And the only way you can do this is solving the problems people have, or think to have, so that populists and fascists can no longer use these as bogeyman.

    We need to solve the problems they have, not the problems fascists want them to think they have. If you try to frame the AfD’s policies as actual solutions to legitimate problems you’re simply reproducing their propaganda. That’s like if you lived in 1933 and asked your politicians to deport a few Jews just in case, because those poor NSDAP voters had a problem (or thought to have a problem) with them.

    Populism needs to be called out, dump policies need to be called out, lies and propaganda need to be called out, that’s the only way to handle them. Your misguided understanding won’t solve anything. If you were head to a big party and decided today to “address the issues” of the AfD, which “the others choose to ignore” as you wrote, best case scenario you would become the AfD 2.0. What good would that do?



  • Meeting the AFD at their terms (“inhaltlich stellen”) is exactly what the CDU tried, and look where that got them.

    Answering facism with “well okay maybe we do have too many outsiders and queer people” doesn’t solve facism, it simply creates more. And at the end of the day people still vote for the OG facists, so you lose across the board.

    What we really need is to stop offering populists and facists the stage. We have to place the issues that are actually important instead of this fucking fear mongering. People don’t vote AFD for their legitimate policies! People vote facists if they’re uneducated, poor, and desperate. We need to offer education and realistic opportunities of economical advancement and happiness. Want to guess which party doesn’t offer that at all and instead will make all three significantly worse for working people? THE FUCKING AFD.



  • As a psychotherapist, working with people who are self-aware is a pleasure. I wouldn’t ever say that to someone if not meant as a genuine compliment.

    Although I believe not many of our patients actually are as self aware as they think. I think we as humans often are good in introspection where it’s easy and comfortable to do so, while glaring over pretty blatant cognitive errors in some other parts, and this is usually where problems arise and disorders develop. And interestingly some people seem to think of themselves as someone who’s perfectly introspective but just for some external, unchangeable factor immune to any kind of positive change. Maybe they could feel irritated about the compliment, because in their minds it reinfoces their idea of being helpless against their problems (in the sense of: I already know everything, it’s just not possible to change anything or I would’ve already done that)? I could imagine that’s how I would feel, but of course it’s just a guess.